Eigentlich kann es einem ja egal sein, wenn Landeshauptmann Gerhard Dörfler doppelseitige Inserate gegen Ortstafeln oder für Kreuze in Schulklassen schaltet. Eigentlich muss man sich nicht darüber aufregen, dass Landesrat Josef Martinz mit seinem Gesicht Schihelme in der Kronen Zeitung anpreist. Und wenn Uwe Scheuch seine Leidenschaft für Nationalparks preisgibt, kann uns das auch recht sein.

Es sei denn, wir bezahlen dafür. Die Flut an Inseraten der Regierungsmitglieder ist nicht nur teuer, sondern für die Demokratie höchst gefährlich.
Beispiel Landtagswahl 2009:

Interaktive Version: www.georgholzer.at/inserat (setzt installiertes Silverlight-Plugin voraus)
Der Bürger bezahlte mit Steuergeld im letzten Wahlkampf mehrere Millionen Euro (geschätzt) für Inserate von Regierungsmitgliedern. Die Flut an Werbematerialien war so arg, dass man von Wahlmanipulation sprechen muss. Beim Wahlvolk musste ja der Eindruck entstehen, dass kein Politiker außerhalb des BZÖ etwas arbeitet. Alle anderen gingen komplett unter.
So etwas darf NIE WIEDER vor einer Wahl passieren!
- Es muss für den Bürger ersichtlich sein, was eine (von ihm) bezahlte Anzeige und was ein redaktioneller Beitrag ist. Das kleingedruckte “Anzeige” reicht dafür nicht.
- Es muss jedem Bürger klar sein, wie viel er dafür ausgibt.
- Inserate mit parteipolitischen Botschaften können durchaus geschalten werden – auf Kosten der jeweiligen Parteien.
- Acht Wochen vor einer Wahl dürften Regierungsinserate mit dem Gesicht eines Politikers nur noch auf Parteikosten geschalten werden.
Eine Datenbank als Lösung
Wie erreicht man das? Man macht das Schalten von Inseraten transparent.
- Der Bürger sieht ein Inserat eines Politikers (und ärgert sich).
- Auf www.k2020.at/inserate wird es eine Datenbank geben, wo alle Bürger nach dem Wikipedia-Prinzip Anzeigen-Sichtungen melden können:
- In welchem Medium, wie groß und auf welcher Seite?
- PDF, Scan oder Handyfoto vom Sujet als Attachment
- Wer ist zu sehen? Welches Thema wird beworben?
- Die Anzeigenpreise praktisch aller Medien sind online und so würden sich einige Berechnungen anstellen lassen
- Welches Regierungsmitglied hat für wie viel Euro Inserate geschalten?
- Wie viel wurde insgesamt Werbung betrieben?
- Welche Partei ist am “großzügigsten” mit ihrer Art der “Presseförderung”?
- Ein Check kontrolliert die Angaben und scheidet Doppeleinträge aus.
- Das Ergebnis müsste einerseits auf der Website angezeigt werden und sich viral verbreiten (z.B. Button auf Websites einbauen) lassen.
Wer ist dabei?
Wie aufwendig ist so etwas? Was kann ich an Planungs-Input vorab liefern? Wer würde bei so einer Datenbank/Webanwendung mithelfen wollen/können? Es bräuchte dazu übrigens nicht nur Informatiker sondern auch Webdesigner und Leute, die einfach nur logisch denken können.
Pingback: Grundsätzliches zu Open Government und Netzpolitik | AndreasLindinger.AT
Pingback: Pivot erfüllt Daten mit Sinn : digirati
Pingback: Pivot erfüllt Daten mit Sinn — Georg Holzer